Application Flavour Modelling macht ein starkes Versprechen: dass ein einzelner Architekt mit einem KI-Partner in kürzester Zeit hochwertige betriebliche Software baut — nicht trotz, sondern wegen eines vorgezeichneten Korridors. Solche Versprechen prüft man am besten, indem man etwas baut und es hinstellt. STUDY ist dieser Beleg: ein System für den Hochschul-Lehrbetrieb, an einem einzigen Arbeitstag mit RAP erzeugt.
Es ist kein „Dummy". STUDY läuft live, bietet volle Persistenz (SQLite oder PostgreSQL) und liefe bei entsprechender Konfiguration auch im Cluster — dann könnte es tausend Nutzer und mehrere Hundert Transaktionen pro Sekunde bewältigen. Ich habe es mandantenfähig angelegt: zwei Universitäten in derselben Plattform, europäische ECTS-Noten neben amerikanischem Grading — und trotzdem entscheidet eine einzige generische Regel, ob eine Prüfung bestanden ist. Es gibt Fakultäten, Studiengänge, das Curriculum, Studierende, den auf die Zeitachse ausgerollten Semesterkalender mit Feiertagen und abweichenden Räumen, ein als PDF eingefrorenes Abschlusszeugnis und Live-Benachrichtigungen bei Störungen.
Wie das Schritt für Schritt entstand — der Genese-Rhythmus, das Datenmodell, die überraschenden Nebenprodukte — erzählt die RAP-Story in der Gegenprobe: Dieselbe Genese, eine ernste Domäne. Diese Seite hier nimmt die andere Perspektive ein: was der eine Tag über die Methode aussagt.
Warum ein Tag genügt
Vor diesem Hintergrund wird klar, warum ein Application Flavour Template alle Aspekte der Softwareentwicklung integrieren muss — und dem Architekten wie der KI ständige, fließende Rollenwechsel erlauben muss. In den acht oder zehn Stunden eines solchen Tages springt man zwischen Aufgaben und Abstraktionsebenen, dass einem schwindelig werden kann. Anstrengend und faszinierend.
Genau das leistet RAP: Es vermeidet Medienbrüche über den gesamten Lebenszyklus — von der ersten fachlichen Idee über konzeptionelle Dokumente und den Feinentwurf bis zu Deployment, Produktion und Change Management. Mensch und KI verständigen sich über Textdokumente in semi-formaler Syntax (erweitertes Markdown, MD++), die zugleich lesbare Beschreibung und maschinell interpretierte Konfiguration sind. Die KI spielt dabei zur Laufzeit keine Rolle: Am Ende steht ein klassisches, deterministisch ausführbares Softwareprogramm. Den Rahmen dazu beschreibt Application Flavour Modelling, die Plattform selbst der Artikel über RAP.
Live ausprobieren
STUDY läuft unter followthescore.org/study und ist unmittelbar benutzbar (Deutsch oder Englisch umschaltbar; die Originaltexte sind Englisch, die deutsche Fassung klingt daher stellenweise etwas schräg). Zu jedem RAP-System gehört auch seine Genesis — die aufgezeichnete Entstehungsgeschichte; ein Verweis darauf steht am Ende der Welcome Page. Zugangsbeschränkte Deep-Links, die direkt auf einzelne Blickwinkel führen — den Status einer einzelnen Studentin, die Immatrikulationen mit fertigem Abschlusszeugnis, eine Notenstatistik als Chart, den ausgerollten Zeitplan mit abweichenden Hörsälen —, stelle ich auf Anfrage bereit.
Wie weiter?
Ich denke, ein erfahrener Architekt, der die Anwendungsdomäne und die Struktur von RAP kennt, kann in vier Wochen aus diesem System eine im Testbetrieb praktisch nutzbare Anwendung bauen. Klar — meint man es ernst, dauert die Integration in eine reale Hochschule (Datenmigration) noch einmal mindestens sechs oder zwölf Monate. Aber wir sprechen eben nicht über Jahre, nicht über gescheiterte Projekte.
Zumindest glaube ich, dass man mit diesem STUDY-Systemchen den Entwurf betrieblicher Informationssysteme an der Hochschule praxisnah vermitteln kann. Über eine Lizenz — Dual Use, kostenfrei für akademische Zwecke — spreche ich gerne.
Damit Studierende verstehen, auf welch unglaublichem Berg an Engineering-Intelligenz eine Plattform wie RAP steht, muss man ihnen sehr viel konzeptionelles Wissen beibringen: Datenkapselung, Nebenläufigkeit, Synchronisation, Messaging, Transaktionen, Indexierung, Exception Handling, Dependency Injection, Optimistic Concurrency Control, Caching, Hashing … — es gibt bestimmt fünfzig Konzepte, die man kennen muss, um überhaupt zu ahnen, welche Probleme eine Plattform wie RAP löst. Wie man Studierende an diesen Punkt bringt, wenn sie im ersten Semester mit einfachen Programmieraufgaben starten, ist eine offene Frage. Fest steht für mich jedenfalls: Die Informatikstudentinnen und -studenten von heute werden ihr Geld nicht mit der manuellen Umsetzung fachlicher Anforderungen in Programmcode verdienen.
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